Südansicht der Hofburg
Johann Kravogl, Die Hofburg von Süden gesehen, 1845 Lithografie
Luftaufnahme der Hofburg
Matthäus Merian, Die Hofburg um 1649 (Ausschnitt), 1649, Kupferstich

HOFBURG

Seit Mitte des 13. Jahrhunderts diente die Hofburg als bischöfliche Residenz des Bistums Brixen. Bis zur Säkularisierung im Jahre 1803 hatten die Bischöfe auch die weltliche Herrschaft inne, sodass Brixen einen Fürstenhof mit entsprechender Verwaltung besaß. Davon leitet sich der Name Hofburg ab.
Seit der Verlegung des Bischofsitzes nach Bozen (1973) beherbergt der repräsentative Bau das Diözesanmuseum, das Krippenmuseum und das Diözesanarchiv. Außerdem hat die Hofburg eine Reihe weiterer Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie die reich ausgestattete Hofkirche, die Hofratskanzlei sowie den Kaiser- und Bischofstrakt.
Die Hofburg gehört mit ihrem Renaissanceinnenhof zu den reiz- und stimmungsvollsten Baudenkmälern Südtirols.

INNENHOF

1595 kam es unter Fürstbischof Kardinal Andreas von Österreich zu einer umfangreichen architektonischen Umgestaltung des Komplexes. Der Innsbrucker Hofbaumeister Albrecht Lucchese plante eine vierflügelige und über drei Geschosse reichende Anlage, welche um einen Innenhof mit Arkadenbögen an allen vier Seiten angeordnet sein sollte. 
In den Nischen des ersten Obergeschosses waren insgesamt 44 Terrakottaskulpturen vorgesehen, die den Habsburger Stammbaum des Kardinals Andreas von Österreich repräsentieren sollten. Das aufwendige Konzept blieb aber unvollendet: Heute befinden sich nur 24 dieser Figuren in den Nischen der Arkadenpfeiler und weitere acht im Durchgang des Südflügels. Der unvollständige Habsburger-Zyklus gehört dennoch zum Bedeutendsten, was Tirol aus der Zeit vom Übergang von der Renaissance zum Frühbarock im Bereich der Skulptur zu bieten hat.
Erst 1711 wurde die Hofburg unter Fürstbischof Kaspar Ignaz Graf Künigl ihrem heutigen Erscheinungsbild entsprechend als Renaissance- und Barockbau vollendet. 
Seit November 2016 ziert ein Brunnen aus weißem Ratschingser Marmor von Franz Kehrer den Innenhof.

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HOFKIRCHE

Die Hofkirche wurde als einheitlicher, über zwei Geschosse reichender barocker Saalraum mit flachem Gewölbe und leicht eingezogenem Altarraum gestaltet. Durch die eingebaute Empore ist die Kirche in den Museumsrundgang des ersten Obergeschosses eingebunden. Die Ausstattung ist von den Fresken an den Seitenwänden sowie vom reichen Stuckdekor geprägt und hat ihren krönenden Abschluss im marmornen Hochaltar. Kaspar Waldmann aus Innsbruck malte im Jahr 1708 die Fresken mit Szenen aus dem Marienleben.

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HOFRATSKANZLEI

Da in der Hofburg jegliche diözesanen Ämter untergebracht waren, beherbergte sie bis zur Säkularisierung von 1803 die Räumlichkeiten des Hofrates. Davon sind die Wartestube sowie die Ratsstube aus dem Jahre 1606 mit ihren Zirmholztäfelungen, der Wappenbemalung und den Kachelöfen noch im ursprünglichen Zustand erhalten geblieben.

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KAISERTRAKT

Den künstlerischen Höhepunkt in der Ausstattung der Hofburg bilden neben der Hofkirche die Räume des sogenannten Kaisertraktes. Sie wurden in den Jahren zu Beginn des 18. Jahrhunderts unter Fürstbischof Kaspar Ignaz Graf Künigl errichtet und mit großformatigen Deckenfresken, wertvollen Stuckaturen, venezianischen Seidentapeten und kostbaren Majolika-Öfen ausgestattet.

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BISCHOFSTRAKT

Von der ursprünglichen Ausstattung des Bischofstraktes hat sich nur wenig erhalten. Die Wohnräume mit den historischen Möbeln und Kachelöfen liefern dennoch einen Einblick in die Wohnkultur der Bischöfe.

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