Wertvolle Schenkung aus Mailand

Ein wertvolles gotisches Tafelbild bereichert seit Mitte Juni die Schausammlung der Hofburg. Professor Alberto Crespi, Rechtsanwalt und Kunstmäzen aus Mailand, schenkte über Vermittlung des FAI (Fondo Ambiente Italiano) dem Diözesanmuseum in der Hofburg ein wertvolles großformatiges Gemälde (161 x 141 cm) aus seiner Privatsammlung.

Es zeigt Christus als Schmerzensmann, der auf seine Seitenwunde hinweist. Daneben stehen der heilige Ambrosius, Patron der Diözese Mailand, mit der Geißel in der Hand und der heilige Augustinus mit dem brennenden Herzen als Attribut. Gott Vater und der Heilige Geist in Gestalt der Taube zeigen sich oberhalb von Christus in filigraner gotischer Architekturmalerei auf leuchtendem Goldhintergrund. Gemalt wurde das Tafelbild um 1445/50, vermutlich vom so genannten Deutschen Meister von Chiaravalle oder, wie die jüngere Forschung vorschlägt, von Jos Amman von Ravensburg. Auffallend ist der enge Bezug zu Mailand, der sich nicht nur in der Darstellung des heiligen Ambrosius zeigt, sondern auch im Strahlenemblem der Mailänder Herrscherfamilie Visconti, das auf dem Gemälde den Heiligen Geist umfängt. Das Tafelbild stammt aus der Kirche Sant’Ambrogio in Brugherio bei Mailand und kam über den Kunsthandel in den Besitz von Rechtsanwalt Alberto Crespi.

Der Schmerzensmann zwischen den Heiligen Ambrosius und Augustinus
Deutscher Meister von Chiaravalle oder Jos Amman von Ravensburg, um 1445/50
Öl auf Holz
Schenkung Prof. Alberto Crespi, Mailand

Dass das wertvolle Tafelbild nach Brixen kommt, ist kein Zufall. Er schätze das Diözesanmuseum, die Stadt Brixen und das Land Südtirol sehr, sagte Prof. Crespi beim Notartermin am 9. Juni 2016 in Mailand. Auch Prof. Dr. Josef Gelmi, Präsident der Hofburg, und Dr. Johann Kronbichler, Direktor des Diözesanmuseums, wohnten dem Notariatsakt bei und nahmen das großzügige Geschenk freudig in Empfang. Das Meisterwerk werde im Diözesanmuseum einen besonderen Platz erhalten, betonte Direktor Kronbichler. Das Diözesanmuseum bedankt sich herzlich beim großzügigen Spender Prof. Crespi.

Das gotische Bild ist bereits im Museum zu sehen. Dem Publikum wird es am 10. September 2016 mit einem Festvortrag von Prof. Paolo Biscottini aus Mailand offiziell vorgestellt. Bischof Dr. Ivo Muser und der 93-jährige Rechtsanwalt Prof. Alberto Crespi werden bei der Vorstellung anwesend sein.