Unsere Bistumspatrone in Legende, Kult und Kunst

Bis zum 1. Oktober 2006 sind die vier Bistumspatrone Cassian, Vigilius, Ingenuin und Albuin Thema einer Sonderausstellung. Die Ausstellung untersucht Legenden, Ikonographie und Kult der Patrone der Diözese Bozen-Brixen, die allesamt in diesen Jahren runde Jubiläen feiern: 1700 Jahre Cassian von Imola, 1600 Jahre Vigilius von Trient, 1400 Jahre Ingenuin, 1000 Jahre Albuin.

Die Patrone der Teilkirche von Bozen-Brixen spiegeln letztlich wichtige Etappen ihrer Geschichte. Der frühchristliche Blutzeuge Kassian von Imola († 304) wurde seit dem Frühmittelalter als Märtyrer auf Säben verehrt. Seine Reliquien wurden aus dem oberitalienischen Raum nach Säben gebracht. Eine mittelalterliche Legende erzählt, er wäre der erste Bischof von Säben gewesen. Ingenuin († 605) war einer der ersten Bischöfe von Säben und ist als der Begründer des Bistums anzusehen. Bischof Albuin (†1006) verlegte endgültig den Bischofssitz von Säben nach Brixen und gilt so als der Erbauer des Brixner Domes. Er ließ die Reliquien Ingenuins in einer feierlichen Prozession nach Brixen bringen. Die Reliquien Albuins wurden von Bischof Hartmann 1141 in den Hochaltar des Domes übertragen. Seit der Neugründung der Diözese Bozen-Brixen 1964 wird Vigilius von Trient († um 400) zusammen mit Kassian als Bistumspatron verehrt. Vigilius gilt als der Apostel des Etschtales.

In den Patronen begegnen sich Geschichte und Legende. Das Brauchtum nahm die Heiligen in seinen Kalender auf und ersann eigene Bräuche. Die Ausstellung geht den Fragen der Legende, der Darstellung, der kirchlichen Festfeier sowie den Zeugnissen der Volksfrömmigkeit nach. Über 150 vielfach erstmals gezeigte Kunstwerke und Objekte der Kleinkunst zeichnen ein lebendiges Bild der Heiligenverehrung. Es wird klar, dass Kassian, Vigilius, Ingenuin und Albuin zu geistigen Symbolfiguren des Landes geworden sind.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.