Paul Troger und Brixen

1998 jährt sich zum 300. Mal der Geburtstag von Paul Troger, des virtuosen österreichischen Barockmalers. Dies nimmt das Diözesanmuseum zum Anlass eine Sonderausstellung zu zeigen, die sich mit einem Hauptwerk im Medium der Deckenmalerei, mit den Fresken im Brixner Dom auseinandersetzt. Die Ausmalung des Doms wird zu den Spitzenleistungen der barocken Deckenmalerei gezählt.

Die Ausstellung zeichnet zunächst den barocken Umbau des Domes nach. Zahlreiche hier erstmals gezeigte Fragmente von Trogers Vierungsgewölbe erlauben ein Kennen lernen des Freskanten aus nächster Nähe. Die Restaurierung des späten 19. Jahrhunderts, die in den Händen des Malers Albrecht Steiner von Felsburg lag, hat Trogers Scheinkuppel entfernt und die originale Quadraturmalerei durch eine neubarocke Stuckdekoration verdeckt.

Troger_Kopffragment der Caritas
Caritas, Fragment der Deckenfresken im Dom zu Brixen

Erstmals sind in Brixen sämtliche Entwürfe, Bozzetti und auch Nachschöpfungen zu sehen, die sich auf Kompositionen und Themen der Domfresken beziehen. Im Nebeneinanderstellen der Bozzetti werden Qualitätsunterschiede deutlich, die eigenhändige Arbeiten von Schülerproben unterscheiden.

Gezeigt werden auch die hauseigenen Bestände, darunter das erste signierte Tafelbild des Künstlers und die Welsberger Andachtsbilder. Bisher unbekannte Tafeln des Meisters runden das Bild seiner Tätigkeit ab.