Oswald Kollreider – Der Mensch ist im Bild

Oswald Kollreider wurde 1922 in Kartitsch in Osttirol geboren. Besuch der Volkschule. Ausbildung bei Toni Kirchmayr in Innsbruck, an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Sergius Pauser und Teilnahme an den „Abendakten“ von Herbert Boeckl. Nach dem Krieg beteiligt er sich bei der „Ersten Osttiroler Heimatausstellung“ im Gasthof Rose in Lienz, in den nachfolgenden Jahren an Ausstellungen in Schloss Bruck und in der Handelskammer. In den 1950er Jahren folgte ein längerer Aufenthalt als Grubenmaler im Ruhrgebiet. Eine erste größere Auslandsreise brachte ihn 1958/59 in die Türkei. In diese Zeit fallen die Loslösug von den akademischen Konzepten und die Hinführung zu einem freien, expressiven Malstil, der stets gegenständlich blieb.

Die Faszination der Fremde berührte den Künstler immer wieder und führte ihn zu Studienreisen nach Mallorca, Toledo, in den Vorderen Orient, nach Norwegen, Guatemala, Israel, Mexiko, Kenia, Singapur, Tunesien, in die Sahara u.a.m. Gerade die auf den Reisen entstandenen Arbeiten bezeugen sein rasches Festhalten von Menschen und Landschaften in Zeichnungen und Aquarellen. Die in fernen Ländern entstandenen flüchtigen Bildnisse treffen die Dargestellten meist inmitten ihrer Tätigkeit. Anders das im Atelier meisterschaftlich entstandene Porträt, das Kollreider alle Konzentration abverlangt.

Kollreider_Singapur.
Singapur, Aquarell auf Papier, 1977

In international verorteten Ausstellungen konnte Kollreider seine Arbeiten dem Publikum präsentieren. Zahlreiche Auszeichnungen begleiten sein Lebenswerk.

2005 machte Prof. Oswald Kollreider dem Diözesanmuseum Hofburg Brixen 45 seiner Arbeiten zum Geschenk, die sein breites Schaffensspektrum von 1953 bis 2004 dokumentieren. Die Ausstellung zeigt nun diese Arbeiten zusammen mit einigen Leihgaben sowie mit Arbeiten seiner Schwester Thresl Kollreider.