Kunstwerk des Monats September 2016

Schmerzensmann mit den hll. Ambrosius und Augustinus
Deutscher Meister von Chiaravalle oder Jos Amann von Ravensburg, um 1445/50
Öl auf Holz, 161 x 141 cm
Schenkung Prof. Alberto Crespi, Mailand

Das Kunstwerk des Monats September kam im Juni 2016 als wertvolle Schenkung aus Mailand in die Hofburg Brixen. Es wird am 10. September 2016 um 11 Uhr offiziell vorgestellt.

Programm

Begrüßung
Josef Gelmi, Präsident der Hofburg Brixen

Grußworte
Peter Brunner, Bürgermeister der Stadt Brixen

Vorstellung des Gemäldes
Paolo Biscottini, Mailand

Worte des Spenders
Alberto Crespi, Mailand

Dankesworte
Ivo Muser, Bischof der Diözese Bozen-Brixen

Umtrunk

Beginn: 11 Uhr
Eintritt frei

Das in Form eines dreiteiligen gotischen Altarretabels gestaltete Gemälde zeigt in der Mitte Christus als Schmerzensmann, links davon den hl. Ambrosius mit der Geißel in der Hand und rechts den hl. Augustinus mit dem brennenden Herzen.

Über der Dreiergruppe erhebt sich ein gemaltes Gesprenge, dessen zart gegliedertes gotisches Maßwerk mit Goldgrund hinterlegt ist. Gesprenge und Maßwerk werden von einer mit Halbfiguren besetzten Galerie unterbrochen: In der Mitte über dem Schmerzensmann sind Gott Vater und der Heilige Geist in Gestalt der Taube dargestellt, über dem hl. Ambrosius die Apostel Thomas und Johannes und über dem hl. Augustinus die Apostel Petrus und Paulus.

Elf nicht näher bestimmte Prophetenfiguren stehen unter Baldachinen in den Fialen des Gesprenges.

Das überaus qualitätsvolle Tafebild lässt sich aus stilistischer Sicht um 1445/50 datieren und wird dem so genannten Deutschen Meister von Chiaravalle oder, wie die jüngere Forschung vorschlägt, Jos Amman von Ravensburg zugeschrieben.

Auffallend ist der enge Bezug zu Mailand, der sich nicht nur in der Darstellung des hl. Ambrosius zeigt, sondern auch im Strahlenemblem der Mailänder Herrscherfamilie Visconti, das auf dem Gemälde den Heiligen Geist umfängt.

Das Tafelbild stammt aus der Kirche Sant’Ambrogio in Brugherio bei Mailand und kam über den Kunsthandel in den Besitz von Rechtsanwalt Prof. Alberto Crespi. Über Vermittlung des FAI (Fondo Ambiente Italiano) schenkte der Kunstmäzen Prof. Crespi das Gemälde im Juni 2016 der Hofburg Brixen.