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Kunstwerk des Monats September 2013

Heilige Notburga
Christian Renzler
Öl auf Holz
um 1770
St. Lorenzen, Pfarrhaus

Das Gemälde zeigt die hl. Notburga als Ganzfigur in bäuerlicher Sonntagstracht und mit ihren Attributen, stehend auf einem einfachen Stufenpodest. In der erhobenen Rechten hält sie die Sichel mit einem Ährenbündel, in der Linken trägt sie eine Pitsche und am Gürtel einen Schlüsselbund. Ihr Haupt ist mit roten und weißen Blumen bekränzt und wird von einem Strahlenkranz vor goldgelbem Hintergrund umgeben. Im gemalten Bildrahmen sind vor einem hellblauen Grund weitere Attribute dieser Patronin des Bauernstandes und der bäuerlichen Dienstboten dargestellt, links ein Dreschflegel und rechts ein Rechen, am unteren Rand zwei grüne Korngarben und im Giebelfeld zwei blühende Lilienzweige. Die Darstellung mit Sichel und Getreidegarbe bezieht sich auf die Legende, nach welcher sie auf Geheiß ihres Brotherrn die Feldarbeit am Samstagabend auch nach dem Betläuten hätte fortsetzen sollen. Notburga hob die Sichel in die Höhe und sie blieb auf wunderbare Weise in der Luft hängen.

Bei diesem Gemälde handelt es sich um das Türblatt zu einem Schrank, in dem die Prozessionsfigur der hl. Notburga aufbewahrt wird. In zahlreichen Kirchen des Landes finden sich Statuen dieser Heiligen, die nach wie vor bei Prozessionen mitgetragen werden.

Zum Kunstwerk des Monats September wurde deshalb eine hl. Notburga gewählt, weil der 13. September als ihr Todestag gilt und sich heuer ihr Todesjahr 1313 zum 700. Mal jährt. Auch wenn in diesem Fall das Thema, die hl. Notburga, im Vordergrund steht und nicht so sehr der künstlerische Aspekt des präsentierten Werkes, so stellt sich doch auch die Frage nach dem Maler dieses Gemäldes. Obwohl es nicht signiert ist, lässt sich das Werk aufgrund seines Malstiles und nicht zuletzt auch seiner Herkunft dem Maler Christian Renzler (1716–1796) aus St. Lorenzen zuschreiben. Christian Renzler ist der Vater der bekannteren Maler Joseph und Johann Renzler, die um die Wende des 18. Jahrhunderts und im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts im Pustertal, im Gadertal sowie in Osttirol und im oberen Eisacktal eine reiche Tätigkeit als Fresko- und Tafelmaler entfaltet haben. Christian Renzler hatte den Ruf eines guten Fassmalers, aber es gibt von ihm auch zahlreiche Altarbilder, Fahnen- und Kreuzwegbilder sowie Andachts- und Votivbilder.

(Text: Johann Kronbichler)

Notburga_Renzler

Präsentation
Das Kunstwerk wird am 3. September 2013 um 16 Uhr vorgestellt und bleibt den ganzen Monat ausgestellt.