Kunstwerk des Monats Juli 2016

Hl. Cyrill von Alexandrien
Hubert Zanol (1936–2004), 1992
Öl auf Pressspanplatte, 144 x 108 cm
bez. rechts unten: C.G.f.f. (Carolus Gruber fieri fecit)
und darunter: Hubertus Zanol 92

Das Gemälde zeigt den hl. Patriarchen und Kirchenlehrer Cyrill von Alexandrien stehend und in bischöflichen Gewändern mit der Taube des Heiligen Geistes auf der Schulter und der Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind. Cyrill verteidigte am Konzil von Ephesus (431) die katholische Lehre von der Gottheit und Menschheit Jesu Christi und von der Gottesmutterschaft Mariens. Cyrill verfasste Abhandlungen über die Heilige Dreifaltigkeit, über die Menschwerdung Gottes in Christus und über Maria die Gottesmutter. Die Darstellung des hl. Cyrill auf dem Gemälde folgt ganz der traditionellen Ikonographie dieses Heiligen als Bischof mit Buch in der Hand, der Taube auf der Schulter und mit der Gottesmutter, die ihm erscheint. Mit dargestellt ist auf dem Gemälde auch der hl. Hubertus mit verschiedenen Tieren an der heiligen Quelle, die es bei St. Cyrill in Tils gegeben hat und die von der Jägerschaft am Pfeffersberg sehr verehrt wurde.

Das Gemälde ist, wie in der rechten unteren Bildecke auch festgehalten (C.G. f.f.), ein Auftragswerk von Diözesankonservator Dr. Karl Gruber für die Kirche zum hl. Cyrillus bei Tils. Es ist im Format genau auf den leeren Rahmen des barocken Hochaltares abgestimmt und hätte das durch Diebstahl abhanden gekommene Altarbild ersetzen sollen. Leider wurde dieses edle Vorhaben von dem damals für diese Kirche zuständigen Geistlichen, Dekan und Kanonikus Leo Munter, abgelehnt.

Hubert Zanol, der Künstler des Gemäldes, wurde 1936 in Rodeneck geboren. Er verlebte seine Kindheit in Südtirol und in Dornbirn, studierte in Innsbruck Germanistik und beschäftigte sich neben seinem Beruf als Lehrer und Journalist als Autodidakt mit Malerei und Graphik. Anfang der 70er Jahre wurde sein Elternhaus in Neustift zum Mittelpunkt seines Lebens und Schaffens. Er starb 2004 in Neustift. Stilistisch ist der Einfluss von Karl Plattner nicht zu leugnen, wenngleich Zanols Gemälde und Graphiken eine sehr persönliche formale wie geistige Auseinandersetzung mit der lokalen Realität zeigen. Die brillante Farbigkeit seiner Gemälde übt eine besondere Faszination aus.

(Text: Johann Kronbichler)

Präsentation
Das Kunstwerk des Monats wird am 5. Juli um 16 Uhr vorgestellt und ist daran anschließend bis zum 31. Juli 2016 zu sehen.
Freier Eintritt zur Vorstellung des Bildes.