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Kunstwerk des Monats Mai 2017

Pluviale
Venedig, um 1470
Gold- und Samtbrokat, Br. 312 cm, H. 154 cm

Das aus dem Brixner Dom stammende Pluviale zeigt einen Stoff mit flächenhaften, stilisierten Formen von größter Pracht und Eleganz. Es sind in die Höhe gerichtete Muster von großer Dynamik, Ausdruckskraft und Monumentalität, die zu den großartigsten Leistungen der europäischen Ornamentkunst gehören. Die Faszination dieser Samtgoldstoffe beruht nicht nur auf den Mustern, sondern auch auf dem Hintergrund, der zur Gänze mit Goldfäden gewebt ist. Diese phantasievollen  und handwerklich perfekten Stoffe wurden mit einem ungeheuren technischen und materiellen Aufwand hergestellt. Die komplizierte und zeitaufwendige Herstellung war auch entsprechend kostspielig, so dass der Besitz solcher Stoffe nur höchsten gesellschaftlichen Kreisen vorbehalten blieb. Sie waren gleichermaßen Statussymbol, Luxusgut und Standesmerkmal und dienten als Prunkgewänder für den kirchlichen und weltlichen Gebrauch.

Hergestellt wurde dieser Stoff des Pluviales, wie andere vergleichbare Stoffe auch, in Venedig sowie in Lucca und Florenz. Vor allem diese Städte traten im 15. Jahrhundert  in Konkurrenz zu den traditionellen Zentren der Seidenweberei im Vorderen Orient, Persien und China und übertrafen diese auch teilweise sowohl in technischer als auch in künstlerischer Hinsicht.

Präsentation
Das Kunstwerk des Monats wird am Dienstag, 2. Mai 2017 um 16 Uhr vorgestellt. Der Eintritt zur Präsentation ist frei. Das Pluviale wurde im Hinblick auf die Ausstellung „Samt und Seide im historischen Tirol 1000–1914“ konservatorisch instandgesetzt und wird im Rahmen dieser Ausstellung bis Ende Oktober ausgestellt bleiben.