Kunstwerk des Monats August 2016

Maria mit Kind, hl. Nikolaus von Myra und
hl. Elisabeth von Thüringen

Umkreis Friedrich Pacher, um 1500
Holz, polychromiert
Maria mit Kind: 105 x 45 x 36 cm
Hl. Nikolaus von Myra: 119 x 34 x 35 cm
Hl. Elisabeth von Thüringen: 109 x 35 x 38 cm
Aus der Kirche St. Nikolaus in Issing (bei Pfalzen)

Maria mit Kind, der hl. Nikolaus und die hl. Elisabeth: Diese drei spätgotischen Figuren standen einst im Schrein des Flügelaltares der Kirche von St. Nikolaus in Issing bei Pfalzen.

Maria präsentiert, auf einem Thron sitzend, das Christuskind dem Betrachter. Mögliche Attribute in den Händen des Kindes sind heute verloren.

Zur Rechten Mariens steht der Kirchenpatron: der hl. Nikolaus (*um 280/286, + zwischen 345 und 351), der in der Stadt Myra (heute Demre in der Türkei) als Bischof wirkte. Auf dem Kopf trägt er die Mitra, die Kopfbedeckung der Bischöfe. In seiner rechten Hand hält er ein Buch, in der linken drei Goldkugeln, sein wohl gängigstes Attribut. Der Legende nach schenkte er sie drei armen Mädchen als Mitgift und bewahrte sie dadurch vor der Prostitution. Deshalb gilt Nikolaus auch als Geber guter Gaben und als Freund der Kinder.

Auch die hl. Elisabeth von Thüringen (1207–1231) ist für ihre Mildtätigkeit bekannt. Der Brotlaib und der Henkel eines verlorenen Kruges in ihren Händen erinnern daran. Zahlreiche Legenden erzählen von der Freigebigkeit der Landgräfin von Thüringen und den daraus folgenden Anfeindungen, die ihr entgegen gebracht wurden. Früh verwitwet, musste sie mit den Kindern ihr Heim auf der Wartburg verlassen und gründete ein Spital in Marburg, in dem sie bis zu ihrem Tod als Pflegerin arbeitete.

Die drei Skulpturen sind die einzigen Bildwerke, die sich von der spätgotischen Altarausstattung der Kirche St. Nikolaus in Issing erhalten haben. Stilistisch stehen sie dem Schaffen von Friedrich Pacher nahe, sind aber wohl nicht dem Meister selbst, sondern dessen Umkreis zuzuschreiben und dürften um 1500 entstanden sein. Der Hochaltar der Kirche, für den der Flügelaltar bestimmt war, wurde 1472 vom Brixner Weihbischof Albertinus OFM zu Ehren des hl. Nikolaus geweiht. Die Weihe markiert auch das Ende der spätgotischen Umbauarbeiten an der Kirche, die Meister Friedrich von Pfalzen geleitet hatte.

Im Oktober 1910 erwarb das Diözesanmuseum die drei Skulpturen zum Preis von insgesamt 240 Kronen.

(Text: Johanna Bampi)

Präsentation
Das Kunstwerk des Monats wird am 2. August 2016 um 16 Uhr vorgestellt und ist daran anschließend bis zum 31. August 2016 in der Hofkirche ausgestellt.
Freier Eintritt zur Präsentation der Skulpturen.