Sounding out the Codex Buranus: Thirteenth-Century Songs from Brixen

Einblicke in die Brixner Musikwelt des 13. Jhs.: Konzert mit dem Ensemble Rumorum
Grace Newcombe (Gesang und musikalische Leitung)
Félix Verry (Fidel)
Mara Winter (Flöte)

Der Codex Buranus ist eine der wohl bekanntesten Handschriften des Mittelalters — nicht nur aufgrund von Carl Orffs weithin vertrauter Neu-Vertonung einiger ihrer Texte. Trotz einer über 200-jährigen Forschungs- und Rezeptionsgeschichte bleibt die Sammlung jedoch ein Mysterium: Ihre Vielschichtigkeit — Text und Musik; geistliche und weltliche Themen; Latein und Volkssprache — hat dazu geführt, dass die Handschrift durch das Raster der modernen Wissenschaftsdisziplinen gerutscht und Gegenstand von Einzelstudien geblieben ist. Während die Entstehungszeit der Sammlung um 1230 heute als recht gesichert gilt, ist der Herkunftsort weiterhin umstritten. Die jüngere Forschung tendiert jedoch zu einem Ursprung in Südtirol, möglicherweise im Umfeld des Klosters Neustift oder der Kathedralschule zu Brixen.

Das Konzert ist Teil einer internationalen, interdisziplinären Tagung zum Codex Buranus. Ein Team renommierter WissenschaftlerInnen wird in diesem Rahmen die vielfältigen Fragen, welche die Sammlung aufwirft, intensiv diskutieren, um neue Forschungsprojekte zum Faszinosum Codex Buranus zu entwickeln. Essentieller Bestandteil dieser Zielsetzung ist das Konzert: Es soll die Möglichkeit bieten, auf der Tagung diskutierte Probleme zur historischen und modernen Aufführungspraxis der Lieder der Sammlung gemeinsam mit einem professionellen Ensemble auszuprobieren. Darüber hinaus erlaubt die fachkundige Moderation der KünstlerInnen dem Konzertpublikum einen einmaligen Einblick in die spannende Brixener Musikwelt des dreizehnten Jahrhunderts.

Ensemle Rumorum
© eeemerging / Bertrand Pichene

Ensemble Rumorum
Grace Newcombe (Gesang und musikalische Leitung), Félix Verry (Fidel) und Maria Winter (Flöte) haben alle an der Schola Cantorum Basiliensis studiert und dort das Ensemble Rumorum, mit welchem sie bereits an diversen Wettbewerben und Festivals teilgenommen haben, gegründet. Die Aufgabe der Schola ist sowohl die Ausbildung professioneller Musiker und Laien, wie auch die Erforschung historischer Musikpraxis. Diese Arbeit zeichnet sich durch ein Wechselspiel von Reflektieren und Experimentieren aus: Beides geschieht im aufführungspraktischen Spannungsfeld zwischen historically informed performance und einer rekonstruktiven historischen Musikpraxis.

Freitag, 27. Juli 2018
Beginn: 20 Uhr

Eintritt: freiwillige Spende

Veranstalter und Förderer: Universität Bern, Freie Universität Bozen, schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften und Stadt Brixen.