Der Kaisertrakt

Den künstlerischen Höhepunkt in der Ausstattung der Hofburg bilden neben der Hofkirche die Räume des so genannten Kaisertraktes im zweiten Obergeschoss des Westflügels. Sie wurden in den Jahren 1707–1711 unter Fürstbischof Kaspar Ignaz Graf Künigl errichtet und mit Deckenfresken, Stuckaturen und wertvollen Öfen ausgestattet. Gemälde schmücken die großzügig angelegten Räume mit dem historischen Mobiliar. Das Chinesische Kabinett ist mit Wandtapeten, die Franz Altmutter im beginnenden 19. Jahrhundert malte, bespannt. Diese Räume stellten die Fürstbischöfe den Kaisern und ihrem Gefolge, aber auch anderen Hoheiten auf ihren Rom- und Italienreisen als Unterkunft zur Verfügung, wurden aber gewiss auch von den Bischöfen zur Repräsentation genutzt.

Kaisersaal
Kaisersaal

Der Kaisersaal, ein großer Eckraum im Nordwesten, diente als kaiserlicher Empfangssaal und ist besonders aufwendig ausgestattet. Ein Fresko mit der Allegorie der Göttlichen Weisheit und illusionistischer Rahmenarchitektur nimmt die gesamte Decke ein. Es wurde von Antonio Gresta (1671–1726) aus Ala, der vorwiegend im Trentino beschäftigt war, gemalt. Die mit Jagdszenen bemalten Wandteppiche schuf Antonio Calligari aus Caprile eigens für diesen Saal. Der große, von Zwergen getragene Kachelofen in weiß-blauer Majolika zeigt Darstellungen von Aposteln, Propheten, dem Auferstandenen Christus und der Schmerzhaften Muttergottes. Zur barocken Möblierung des Saales gehören drei reich geschnitzte und vergoldete Armlehnsessel mit rotem Damastbezug.

Erhalten haben sich auch Porträts der Habsburger Kaiser und ein umfangreiches Porzellanservice, das 1765 anlässlich des Besuches der kaiserlichen Familie von Fürstbischof Leopold Graf Spaur bei der Wiener k.k. Hofmanufaktur (heute Augarten) angekauft wurde.

Der Kaisersaal und der gesamte Kaisertrakt sind in den Museumsrundgang einbezogen. Heute finden im Kaisersaal häufig Kammermusik-Konzerte und Vorträge statt.