Die Hofkirche

Die Hofkirche liegt in der Mitte des Westtraktes gegenüber dem Haupteingang der Hofburg. Nach außen tritt sie durch die Portalanlage im Innenhof und durch ein Türmchen, welches das Dach in der Portalachse überragt, in Erscheinung. Sie ist Maria Immakulata geweiht.

Das Innere der Kirche präsentiert sich als einheitlicher, über zwei Geschosse reichender barocker Saalraum mit flachem Gewölbe und leicht eingezogenem Altarraum. Durch die eingebaute Empore ist die Kirche in den Museumsrundgang des ersten Obergeschosses eingebunden. Die Ausstattung ist von den Fresken an den Seitenwänden sowie vom reichen Stuckdekor geprägt und hat ihren krönenden Abschluss im marmornen Hochaltar. Kaspar Waldmann aus Innsbruck malte im Jahr 1708 die Fresken mit Szenen aus dem Marienleben. Sie zeigen an der Decke des Langhauses die Aufnahme Mariens in den Himmel und die Krönung Mariens, an den Seitenwänden die Geburt Mariens, die Darstellung Mariens im Tempel, die Verkündigung an Maria und die Heimsuchung Mariens. Die vier Wandgemälde werden von stuckgerahmten Ovalmedaillons mit marianischen Emblemen bekrönt. Die Decke des Chorraumes stellt die Verherrlichung des Namens Maria dar.

Kapelle
Blick in die Hofkirche

Den reichen Stuckdekor in der Kirche schuf Bernardo Pasquale. Das Altarbild mit der Darstellung Mariens als die Unbefleckte Empfängnis ist das Werk des aus Brixen gebürtigen Barockmalers Johann Georg Grasmair. Der Altar aus verschiedenen Marmorarten mit den zwei weißen Marmorstatuen des hl. Joachim und der hl. Anna stammt von Cristoforo Benedetti aus Mori bei Rovereto. Auch das Doppelwappen im Scheitel des Chorbogens, flankiert von zwei Engelsputten und in Marmorintarsien ausgeführt, sowie die gesamte Portalanlage sind als Arbeiten der in Tirol damals wohl bekanntesten Steinmetz- und Bildhauerwerkstätte des Cristoforo Benedetti zu betrachten. Die Wappen im Portalgiebel wie am Chorbogen sind jeweils das des Bistums Brixen und das des Fürstbischofs Kaspar Ignaz Graf Künigl, der die Kirche in den Jahren 1707–1711 errichten und ausstatten ließ. Die Häupter der Kirchenbänke in der Form eines aufsteigenden Löwen schnitzte der Bildhauer Michael Rasner aus Brixen.

Am 11. November 1711 weihte Fürstbischof Graf Künigl die Hofkirche zur Ehren Maria Immakulatas.