Die Geschichte der Hofburg

Die Hofburg in der heutigen Form ist ein Renaissance- und Barockbau, der in der Zeit zwischen dem späten 16. und dem frühen 18. Jahrhundert entstanden ist. Von dem ursprünglichen mittelalterlichen Bau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts sind nur noch Teile im Bereich der Keller erhalten. Fürstbischof Kardinal Andreas von Österreich (1591–1600) plante einen völligen Neubau der Hofburg. In seinem Auftrag entwarf der Innsbrucker Hofbaumeister Alberto Lucchese einen vierflügeligen dreigeschossigen Bau um einen Innenhof mit jeweils 11 Arkadenbögen an allen vier Seiten. Für die Mitte des arkadierten Hofes war ein monumentaler Brunnen vorgesehen, für alle vier Fassaden ein Zyklus von 44 Statuen. Nach der Errichtung des Südflügels und dem frühen Tod des Kardinals im Jahre 1600 kam es zunächst zu einer Bauunterbrechung und in Folge zu einer Planänderung. Ergänzend zum Südflügel wurde noch der Nordflügel mit Arkaden errichtet, während der Ost- und der Westflügel nur mehr eine geschlossene Fassadengestaltung erhielten. Somit blieb auch das aufwendige Konzept des Kardinals Andreas von Österreich mit dem Skulpturenprogramm eines Habsburgerzyklus unvollendet, obwohl der Bildhauer Hans Reichle die insgesamt 44 Figuren bereits fertiggestellt hatte. Diese Ahnengalerie sollte die habsburgische Abstammung des Kardinals und Fürstbischofs in öffentlich wirksamer Weise demonstrieren. Heute sind in den Nischen der Granitpfeiler im ersten Obergeschoss auf der Nord- und Südseite lediglich 24 Skulpturen untergebracht.

Neujahrsentschuldigungskarte der Stadt Brixen für das Jahr 1849, Lithografie von Johann Kravogl
Die Hofburg von Süden gesehen, Lithografie von Johann Kravogl, 1845

Unter Fürstbischof Kaspar Ignaz Graf Künigl (1702–1747) wurde die Hofburg in den Jahren 1707–1711 in der heute noch bestehenden äußeren Form vollendet. Er ließ die Kapelle und den Kaisertrakt im Westflügel neu bauen sowie das zweite Obergeschoss mit dem Loggiengang im Nordflügel errichten. Durch diese Aufstockung und die dadurch gewonnene Symmetrie der einander gegenüberliegenden Süd- und Nordarkaden sowie den geschlossenen Fronten an der Ost- und Westfassade erfuhr der Innenhof seinen harmonischen Gesamtcharakter. Dazu trug auch die Neugestaltung der Fassaden mit geohrten Fenstereinfassungen und stuckierten Suprafenestren bei, welche die Nordtiroler Baumeisterfamilie Gumpp sowohl im Innenhof als auch an den Außenfassaden durchführte.

Sammlungen der Hofburg