Die Geschichte des Diözesanmuseums

Die Anfänge (1897–1907)

Die Anfänge des Diözesanmuseums gehen auf die Gründung des „Diözesanmuseums-Vereins Brixen“ im Jahre 1897 zurück. Vier Jahre später – 1901 – wurde das Museum im Konsistorialsaal der Hofburg als drittes Diözesanmuseum der Habsburgermonarchie eröffnet. Das Hauptmotiv für die Gründung war nach den Satzungen des Vereins, die gefährdeten und nicht mehr gebrauchten Kunstwerke, in erster Linie jene kirchlicher Herkunft, der Diözese und dem Lande zu erhalten. Außerdem konnte das Museum als Lehrmittelsammlung für die Theologiestudenten und andere Lehranstalten dienen. Auf diese Weise sollte das Verständnis der kirchlichen Kunst beim Klerus, bei den Künstlern und Kunsthandwerkern sowie bei den Kunstinteressenten gefördert werden. Eine gleiche oder ähnliche Zielsetzung lag auch anderen Gründungen kirchlicher Museen zugrunde.

Einen Kernbestand des Museums bildeten von Anfang an Gegenstände aus dem Brixner Dom. Zudem kamen bereits in der Anfangszeit viele Skulpturen, Tafelbilder und kunstgewerbliche Objekte aus dem gesamten Bistum Brixen als Leihgaben, Geschenke oder durch Ankauf an das Museum. Besonders verdient machte sich dabei der erste Direktor des Museums, Kanonikus Johann Walchegger (+1907).

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Inventarnummer 1: Maria mit Kind, Michael Pacher Umkreis, um 1500

Das Museum im Domherrenhof (1907–1972)

1907 übersiedelte das Museum aus Platzgründen von der Hofburg in den Domherrenhof am Kreuzgang, wo dem nunmehrigen Direktor Adrian Egger vorläufig drei Räume vom Domkapitel zur Verfügung gestellt wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg gelang dank des amerikanischen Mäzens Francis Augustus Mac Nutt (1863–1927), der Schlossherr auf Ratzötz in Milland war, ein großzügiger Aus- und Umbau des Museums sowie eine Erweiterung der Fläche durch Räume im Kapitelhaus. 1930 übernahm das Diözesanmuseum die Sammlungen des Stadtmuseums als Leihgaben. In den Kriegsjahren 1943 bis 1945 wurde das Gebäude beschlagnahmt, und die Kunstobjekte mussten deponiert werden.

1951 trat der Archivdirektor und Diözesankonservator Dr. Karl Wolfsgruber die Nachfolge von Adrian Egger an. Er hatte die Leitung des Museums bis 1997 inne. Seit 1951 erfolgten die Sanierung des Gebäudes und die Neuaufstellung der Sammlungen. Durch mehrere vielbeachtete Ausstellungen in den 1950er und 1960er Jahren entwickelte sich eine rege Museumstätigkeit.

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Aufstellung im Domherrenhof

Das Museum in der Hofburg (ab 1972)

Nach der Verlegung des Bischofssitzes in die Landeshauptstadt Bozen war es Wolfsgrubers Engagement zu verdanken, dass die frei gewordene Hofburg als Museum und Archiv genutzt werden konnte. Dank der Förderung durch die Südtiroler Landesregierung konnten in rascher Folge die notwendigen räumlichen Adaptierungsmaßnahmen sowie umfangreiche Restaurierungen und die Neuaufstellung der Objekte durchgeführt werden. 1976 wurde als erster Teil im Erdgeschoss die Krippensammlung zugänglich gemacht, 1978 erfolgte die Eröffnung der Mittelalter-Abteilung im ersten Obergeschoss. Der Kaiser- und Bischofstrakt im zweiten Obergeschoss war ab 1980 zugänglich, die Abteilung zur Kunst von der Renaissance bis zur Gegenwart ab 1983. Lediglich der Domschatz verblieb zunächst im Dombezirk und kam erst 1990 in die Hofburg.

War bis zur Pensionierung von Dr. Wolfsgruber immer ein Geistlicher mit der Leitung des Diözesanmuseums betraut, so wurde sie 1998 mit Dr. Leo Andergassen erstmals von einem Laien übernommen. Zugleich erhielt das Museum neue Statuten mit einer Leitungsstruktur, die als Vertreter des Diözesanbischofs einen Präsidenten vorsieht, dem ein Kuratorium und zwei Direktoren zur Seite stehen, einer für das Diözesanmuseum und einer für das historische Diözesanarchiv. Unter Direktor Andergassen, der das Museum bis 2007 leitete, wurden jährlich Sonderausstellungen ausgerichtet, darunter die Landesausstellung „De ludo globi“ (Vom Spiel der Welt) im Jahr 2000. Eine kunsthistorische Tagung anlässlich des 100jährigen Bestehens des Diözesanmuseums setzte sich mit ausgewählten Objekten aus der Sammlung auseinander.

2008 kam es mit Dr. Johann Kronbichler zum bisher letzten Wechsel in der Leitung des Museums. Neben Ausstellungen aus dem Bereich der älteren Kunstgeschichte werden nun auch regelmäßig Einzelausstellungen zeitgenössischer Künstler sowie musikalische Veranstaltungen angeboten. 2013 wurde die Hofburg mit dem Diözesanmuseum und dem Diözesanarchiv unter dem Namen „Hofburg Brixen: Diözesanmuseum und Diözesanarchiv“ in eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts übergeführt.

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