Tiroler Krippen dreier Jahrhunderte
Die Abteilung Krippen und Heilsgeschichte ist nicht ein Krippenmuseum im herkömmlichen Sinn. Ihre Einmaligkeit besteht nicht nur im hohen künstlerischen Wert der gemalten oder geschnitzten bzw. geformten Figuren, sondern noch mehr darin, dass durch diese reichen Darstellungen die gesamte Heilsgeschichte wie kaum sonst wo veranschaulicht wird. Dazu zählen die Großkrippen von Franz Xaver Nißl sowie der Brüder Augustin Alois und Josef Benedikt Probst, welche um 1800 für die Brixner Hofburg im Auftrag des letzten Reichsfürsten, Fürstbischof Karl Franz Graf Lodron, geschnitzt, nach 1830 veräußert und rund 150 Jahre später wohlbehalten wieder in die Hofburg zurückgekehrt sind.
Die Räumlichkeiten im Erdgeschoß sind in ihrer Bauzeit unter Kardinal Andreas von Österreich und Fürstbischof Christoph Andrä von Spaur kurz vor und nach 1600 mit Kreuzgrat- und Tonnengewölben versehen worden. Nach gründlicher Sanierung wurde in diesen Räumen 1976 die Krippensammlung aufgebaut.
Krippen verschiedenster Techniken aus den vergangenen drei Jahrhunderten ergänzen die zwei Großkrippen: eine gekleidete Krippe des Hofapothekers Franck, geschnitzte Krippen von Johann Giner aus Thaur, eine neapolitanische Krippe von Giuseppe Sammartino, eine sizilianische von Giuseppe Vaccaro, Papierkrippen von Josef Romed Kramer, Guckkastenkrippen von Martin Engelbrecht, eine Wachskrippe aus der Werkstatt Cetto, zwei Elfenbeinkrippen aus der Zeit um 1700, eine Panoramakrippe, eine geschnitzte Krippe von Alexander Dejaco, eine gekleidete Kirchenkrippe aus Wiesen, eine Terrakotta-Krippe von Maria Delago, ein Prager Jesukind und eine Christkindwiege.




















