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Marienbild der Gotik

Mit dem späten 13. Jh. ändert sich unter dem Einfluß der Gotik das Marienbild. An den Sitzfiguren werden kindlicher werdende Christkinder beigegeben, die das ruhige Sitzen verlernt haben. Maria tritt als Königin auf, in festlichen Kleidern, mit einer Krone am Kopf.

Maria mit Kind aus dem Benediktinerinnenstift Sonnenburg, um 1330   Die um 1330 entstandene Madonna aus dem Benediktinerinnenkloster Sonnenburg zeigt das mit einem Vogel spielende Christkind in verschränkt-bewegter Haltung. Die Madonna aus Latsch ist in einem prunkvollen, vergoldeten Mantel gewandet. Mehrere aus dem Eisack- und Pustertal stammende Madonnen greifen im frühen 15. Jahrhundert das Lactans-Motiv auf. Geradezu in Konfrontation zur königlichen Darstellung der Jungfrau wird hier deren Mutterrolle markant in den Vordergrund gekehrt.

Zwei Vesperbilder aus dem späteren 14. Jh. zeigen eindringlich die Compassio Mariens, die Marienklage. Das Vesperbild ist eine Stiftung des Dompropstes Gottschalk Laur, der das Bildwerk 1372 an einem Nebenaltar der Erhardskirche aufstellen ließ. Die Inschrift am Sockel nennt den Stifter und dessen Stellung im Kapitel. Der namentlich unbekannte Bildhauer war über längere Zeit in Brixen und im Auftrag Laurs auch für Rodeneck beschäftigt und hatte verschiedene Aufträge für den Stadtklerus auszuführen.
 
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