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Mittelalterliches Christusbild

Das Bild des Gekreuzigten bleibt seit dem Mittelalter das am häufigsten wiederholte Christusbild.

Torso des Kruzifixes aus der Lamprechtsburg, um 1140   Zu den frühesten geschnitzten Darstellungen ist das Fragment des Kruzifixus aus der Lamprechtsburg bei Bruneck zu rechnen. Das Bildwerk entstand etwa zur Zeit von Bischof Hartmann von Brixen um 1140/1150.

Der um 1250 entstandene große Triumphbogenkruzifix aus Stilfes konnte vor wenigen Jahren von seiner barocken Übermalung befreit werden. Neben den berühmten Kreuzgruppen von Innichen und Sonnenburg stellt er ein bedeutendes Objekt in der Reihe der romanischen Großkreuze in Südtirol dar.

In seiner Kleinform blieb der spätromanische Gekreuzigte aus Pfalzen erhalten. Seine Verwendung als Vortragekreuz ist nicht ursprünglich, das Astkreuz eine Ergänzung des 14. Jahrhunderts.

Der spätromanische Johanneskopf ist das Fragment einer freskierten Kreuzigungsgruppe in der alten Pfarrkirche von Naturns im Vinschgau. Das Fresko ist der in der Oberkirche von Marienberg und in der Jakobskirche bei Glurns tätigen Malergruppe zuzuordnen.

In der frühen Gotik wandelt sich der Typus des Gekreuzigten. In den Vordergrund gekehrt wird nun der Aspekt des Leidens. Mit angewinkelten Beinen hängt Christus am Kreuz, die Wunden sind überdimensional gezeichnet. Der Kruzifixus aus dem Kapitelsaal am Dom entstand um 1370 wohl in der Werkstatt des Meisters der Laur-Pietà.
 
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